Ratgeber · Formatwahl
Imagefilm, Produktvideo oder Eventfilm: welcher Film passt zu eurem Unternehmen?
Sofort-Antwort
Die kurze Antwort
Welcher Film zu eurem Unternehmen passt, hängt vom Ziel ab, nicht vom Budget: Vertrauen braucht einen Imagefilm, ein Verkaufsargument ein Produktvideo, ein Anlass einen Eventfilm. Aus einem einzigen Dreh entstehen oft mehrere Formate gleichzeitig, weil dieselbe Aufnahme mehrere Fragen beantwortet. Wer sich noch unsicher ist, nennt uns im Erstgespräch das Ziel, wir nennen das passende Format.
Fünf Ziele, fünf Formate
Bevor ihr über Budget nachdenkt, lohnt sich eine andere Frage: Was soll der Film bei den Leuten bewirken, die ihn sehen? Ein Ziel führt fast immer zu einem bestimmten Format, nicht umgekehrt. Wer erst ein Format bucht und danach nach dem passenden Ziel sucht, bekommt selten das, was er eigentlich braucht. Die fünf Ziele unten sind bewusst grob gehalten, weil sich viele reale Anlässe aus einer Mischung mehrerer davon zusammensetzen. Einen Überblick über alle Formate gibt der Ratgeber-Cluster zum Video-Marketing.
Vertrauen aufbauen: der Imagefilm
Wer eine Tischlerei in Weißensee zum ersten Mal online findet, entscheidet in wenigen Sekunden, ob er anruft oder weiterklickt. Ein Imagefilm zeigt die Werkstatt, die Hände, die Haltung dahinter, und beantwortet die Frage, die vor jedem Auftrag steht: Wer sind die Leute, mit denen ich es zu tun habe? Das Format trägt fast jedes Ziel mit, das mit Vertrauen zu tun hat, von der Startseite bis zur Karriereseite.
Auch Dienstleister ohne physisches Produkt profitieren stark davon, weil bei ihnen ohnehin die Menschen das Angebot sind und nicht ein Objekt, das man fotografieren könnte. Ein Coaching-Studio in Friedrichshain verkauft im Grunde Vertrauen in eine Person, genau das trägt ein Imagefilm überzeugender als jeder Text auf der Website.
Verkaufen und erklären: das Produktvideo
Ein Showroom in der Torstraße kann noch so gute Fotos auf der Website haben, ein Sofa oder eine Maschine erklärt sich erst in Bewegung. Ein Produktvideo zeigt, wie etwas benutzt wird, wie es sich anfühlt oder was es löst, Dinge, die ein Foto nicht zeigen kann. Es ist das richtige Format, wenn die Frage lautet: Wie funktioniert das eigentlich, und lohnt sich der Kauf?
Wichtig ist, ein Produktvideo nicht mit einem Werbespot zu verwechseln. Es muss nicht in erster Linie unterhalten, es muss zeigen. Ein Handwerksbetrieb, der eine selbst entwickelte Maschine verkauft, gewinnt mit einem nüchternen Video, das den Ablauf Schritt für Schritt zeigt, meist mehr Vertrauen als mit einer aufwendig inszenierten Kampagne.
Menschen zeigen: der Imagefilm mit Team-Fokus
Ein Sanitärbetrieb in Marzahn sucht seit Monaten zwei Gesellen und bekommt kaum Bewerbungen. Die Anzeige ist selten das Problem, das fehlende Bild vom Arbeitsalltag ist es. Ein Imagefilm, der das Team zeigt, ist euer Recruiting-Video: dieselbe Aufnahme, die Kund:innen Vertrauen gibt, zeigt Bewerber:innen, wie ein Arbeitstag aussieht und wer daneben steht. Dafür braucht es keine zweite Produktion, nur einen klaren Fokus schon beim Dreh.
Der Unterschied zum klassischen Imagefilm liegt vor allem im Blickwinkel: Die Kamera folgt nicht dem Unternehmen als Ganzem, sondern einzelnen Personen bei der Arbeit, mit kurzen O-Tönen dazwischen, warum sie dort arbeiten. Wer offene Stellen hat, sagt uns das einfach im Erstgespräch, wir legen den Fokus beim Dreh entsprechend.
Anlass und Bühne: der Eventfilm
Eine Vernissage in Kreuzberg oder das 25-jährige Jubiläum einer Familienfirma in Steglitz passieren einmal und sind dann vorbei, außer für die, die dabei waren. Ein Eventfilm hält die Stimmung des Abends fest und macht sie sichtbar für alle, die nicht da waren, oder fürs nächste Jahr, wenn ihr zeigen wollt, was der Anlass wert war.
Ein Eventfilm lohnt sich vor allem dort, wo der Anlass selbst die Geschichte trägt: eine Neueröffnung, ein rundes Jubiläum, ein Launch-Abend. Bei kleineren, wiederkehrenden Terminen reichen oft kürzere Social-Clips statt eines eigenen Films, dazu mehr im Abschnitt zum Einstieg über Social-Content weiter unten.
Beweis erbringen: die Interview-Filme
Eine Kanzlei in Wilmersdorf kann selbst erzählen, wie gut die Zusammenarbeit läuft, glaubwürdiger ist es, wenn eine Mandantin es erzählt. Interview-Filme lassen Kund:innen oder Mitarbeitende sprechen, mit ihren eigenen Worten statt mit euren. Das Format wirkt dort am stärksten, wo Vertrauen an einer echten Stimme hängt, nicht an einer Behauptung auf der Website.
Am stärksten wirken Interview-Filme, wenn mehrere Stimmen zusammenkommen: eine Kundin, ein Mitarbeiter, vielleicht eine Partnerin aus einem gemeinsamen Projekt. Aus mehreren kurzen Gesprächen entsteht am Ende ein Film, der glaubwürdiger ist als jede einzelne Aussage für sich, weil sich die Perspektiven gegenseitig bestätigen.
Die fünf Formate wirken selten für sich allein. Die meisten Unternehmen kombinieren im Lauf der Zeit mehrere davon, weil sich Ziele mit der Zeit ändern: Wer heute mit einem Imagefilm startet, braucht in zwei Jahren vielleicht ein Produktvideo für eine neue Leistung oder einen Eventfilm zum runden Jubiläum. Wichtig ist nur, bei jedem einzelnen Anlass neu zu fragen, welches Ziel gerade im Vordergrund steht, statt automatisch das zuletzt gewählte Format zu wiederholen.
Welche Situation zu welchem Film passt
Die folgende Tabelle ordnet sechs typische Anlässe dem passenden Format zu, mit einer groben Vorstellung vom Drehaufwand. Sie ersetzt kein Gespräch, gibt aber eine erste Orientierung, bevor ihr euch durch die einzelnen Leistungsseiten klickt. Auf der Seite Leistungen gibt es dafür zusätzlich die Übersicht „Welche Leistung passt zu welchem Ziel?“: Dort lest ihr direkt an eurem Ziel ab, welches Format infrage kommt.
| Situation | Passender Film | Was gezeigt wird | Typischer Umfang |
|---|---|---|---|
| Neugründung in Prenzlauer Berg | Imagefilm | Idee, Räume, die ersten Menschen dahinter | 1 Drehtag |
| Generationswechsel in einer Bäckerei in Moabit | Imagefilm mit Team-Fokus | abgebende und neue Inhaber:innen, Backstube, Kontinuität | 1 Drehtag |
| Fachkräftemangel im Handwerksbetrieb | Imagefilm mit Team-Fokus (zugleich Recruiting) | Arbeitsalltag, Team, Ausbildung | 1 Drehtag |
| Neues Produkt einer Kosmetiklinie in Charlottenburg | Produktvideo | Anwendung, Wirkung, Details | 1 bis 2 Drehtage |
| Messe oder Jubiläum | Eventfilm | Stimmung, Programm, Menschen vor Ort | 1 Drehtag |
| Website-Relaunch einer Kanzlei in Mitte | Interview-Filme plus Imagefilm | Mandant:innenstimmen, Räume, Team | 1 bis 2 Drehtage |
Was ihr aus einem Dreh alles bekommt
Ein Dreh endet nicht mit einem einzigen Film. Aus demselben Material entstehen meist mehrere Fassungen: ein Hauptfilm für die Website, kürzere Schnitte für Reels und Stories, manchmal eine stille Fassung ohne Ton für Ads. Der Dreh selbst ist der größte Aufwand, jede weitere Fassung danach ist vor allem Schnittarbeit. Wer das von Anfang an mitdenkt, holt aus einem Drehtag deutlich mehr heraus als aus zwei getrennten.
- Ein Hauptfilm für die Website und die Startseite.
- Kurzfassungen für Reels und Stories, aus denselben Aufnahmen geschnitten.
- Eine stille Fassung ohne Ton, falls der Film auch als Ad laufen soll.
- Ein kurzer Ausschnitt für die Karriereseite, wenn der Dreh einen Team-Fokus hatte.
Wie viele Fassungen aus einem Tag herauskommen, hängt vom Ziel ab, nicht vom Zufall. Ein Imagefilm mit Team-Fokus liefert oft gleich zwei Verwendungen mit: die lange Fassung für die Website und kurze Ausschnitte für Stellenanzeigen auf Social Media. Ein Eventfilm liefert meist eine Hauptfassung plus mehrere kurze Recap-Clips für die Tage danach, wenn die Erinnerung an den Abend noch frisch ist. Besprochen wird das immer vorher, damit am Set die richtigen Einstellungen für alle geplanten Fassungen mit aufgenommen werden.
Welches Format am Ende das richtige ist, entscheidet ihr nicht allein am Schreibtisch. Im Erstgespräch, 45 Minuten und kostenlos, sitzen Öykü und Nils selbst mit euch am Tisch, keine Account-Ebene, die eure Anfrage nur weiterreicht. Sie ordnen euer Ziel einem Format zu, sagen euch, wenn ein kleinerer Umfang reicht, und zeigen Beispiele aus der eigenen Arbeit: Imagefilme in den Referenzen, Produktvideos in den Referenzen zum Produktvideo.
Wann ihr lieber mit Social-Content anfangt
Nicht jedes Unternehmen braucht sofort einen Film. Wer noch gar nicht regelmäßig postet oder wessen Kanäle seit Monaten still sind, für den ist ein einzelner Imagefilm oft der falsche erste Schritt. Sinnvoller ist dann, erst einen Rhythmus aus kleineren Videos aufzubauen und den größeren Film später darauf aufzusetzen, wenn ihr schon wisst, was bei eurer Zielgruppe ankommt.
Bei vielen Social-Media-Paketen ist Video ein Zusatz und kein Kern des Angebots. Anbieter wie werkvonmorgen rechnen Reels aus einem monatlichen Beitragskontingent ab, socialsun nennt im Paket Advanced „bis zu 2 Reels“ (Stand August 2026). Für euch heißt das: Video kommt dazu, wenn das Kontingent es hergibt, nicht weil es die beste Antwort auf euer Ziel wäre. Bei Social Media Content ist der Dreh Teil der Betreuung, weil dieselben zwei Leute drehen, schneiden und posten, kein Zusatzposten, der erst ab einem größeren Paket dazukommt.
Ein guter Anhaltspunkt: Postet ihr seit einigen Wochen regelmäßig und habt ihr schon ein Gefühl dafür, was bei eurer Zielgruppe ankommt, lohnt sich ein Imagefilm als nächster Schritt eher, weil ihr wisst, welche Bilder tragen. Fangt ihr bei null an, ist ein kleinerer Einstieg über laufenden Content oft der ehrlichere erste Schritt, der große Film kann später darauf aufbauen, wenn ihr mehr wisst.
Wie stark Bewegtbild grundsätzlich wirkt, unabhängig vom Format, steht im Artikel Warum Bewegtbild für euer Unternehmen zählt. Wer schon weiß, dass ein Imagefilm das richtige Format ist, und wissen will, was er kostet, findet die Antwort im Artikel Was kostet ein Imagefilm?.
Wie ihr sicher geht, dass der Umfang stimmt
Die Formatwahl ist die halbe Entscheidung, die andere Hälfte ist der Umfang: ein Drehtag oder drei, ein Interview oder fünf. Beides klärt ihr nicht durch Raten, sondern im Gespräch. Am Ende steht ein schriftliches Angebot mit Umfang und Preis, nicht eine grobe Zahl am Telefon, die später nachverhandelt wird.
Das gilt für ein einmaliges Projekt genauso wie für eine laufende Betreuung: Der Preis hängt vom Aufwand ab, und davon, ob es bei einem Dreh bleibt oder daraus eine dauerhafte Zusammenarbeit wird. Wer schon eine grobe Vorstellung vom Ziel hat, bekommt in der kurzen Anfrage eine erste Einschätzung, danach folgt das schriftliche Angebot, nicht umgekehrt. So wisst ihr vor der Unterschrift genau, was ihr bekommt, statt es hinterher aus einer Rechnung herauszulesen.
Häufige Fragen
Häufig gefragt
Was ist der Unterschied zwischen Imagefilm und Unternehmensvideo?
Unternehmensvideo ist der Oberbegriff, Imagefilm ist ein bestimmter Typ davon: ein Film, der Werte, Menschen und Haltung eines Unternehmens zeigt, statt ein einzelnes Produkt zu erklären. Produktvideo, Eventfilm und Interview-Filme sind weitere Unternehmensvideo-Typen mit einem jeweils engeren Ziel. Eine Übersicht über alle Formate gibt die Leistungsseite.
Brauchen wir ein Recruiting-Video?
Wenn ihr Personal sucht, ja, aber nicht als separate Produktion. Ein Imagefilm, der bewusst das Team und den Arbeitsalltag in den Mittelpunkt stellt, funktioniert als Recruiting-Video und als Vertrauens-Film für Kund:innen gleichzeitig. Den Fokus legt ihr im Erstgespräch fest, gedreht wird trotzdem nur einmal.
Wie lang sollte ein Produktvideo sein?
Kurz genug, um beim Punkt zu bleiben, lang genug, um die Anwendung wirklich zu zeigen. In der Praxis sind das meist Aufnahmen von unter einer Minute für die Produktseite oder Ads, mit noch kürzeren Schnitten für Social Media. Wie lang ein Video auf den einzelnen Plattformen wirklich sein sollte, erklärt ein eigener Artikel im Video-Marketing-Cluster.
Können wir mehrere Formate aus einem Dreh bekommen?
In den meisten Fällen ja. Ein Drehtag liefert genug Material für einen Hauptfilm plus mehrere kürzere Schnittfassungen für Social Media oder Ads. Wichtig ist nur, das vorher zu besprechen, damit am Set die passenden Einstellungen mit aufgenommen werden.
Was, wenn wir kein Budget für einen Film haben?
Dann sagen wir das ehrlich im Erstgespräch, statt euch ein Format aufzureden, das nicht passt. Manchmal reicht ein kleinerer Umfang, manchmal ist Social Media Content ohne Filmproduktion der bessere erste Schritt. Umfang und Preis stehen danach schriftlich im Angebot, nicht als grobe Schätzung.
Welcher Film passt zu einem Handwerksbetrieb?
Meist der Imagefilm mit Team-Fokus, weil er gleichzeitig Vertrauen bei Kund:innen schafft und als Recruiting-Video wirkt. Kurze Arbeits-Clips für Social Media ergänzen ihn danach im laufenden Betrieb. Mehr dazu, welche Formate im Handwerk wirklich funktionieren, steht im Artikel Video und Social Media für Handwerksbetriebe.
Passende Leistung
Bereit, das richtige Format zu wählen?
Im Erstgespräch ordnen wir euer Ziel einem Format zu und sagen euch ehrlich, was es braucht. Seht euch vorher an, was wir anbieten.
Weiterlesen
Auch relevant

Autor:in
Von Nils Grinbergs
Mitgründer & Geschäftsführer
Aktualisiert am 26. August 2026
