Ratgeber · Strategie

Wie lang sollte ein Video auf Instagram, TikTok und LinkedIn sein?

Sofort-Antwort

Die kurze Antwort

Es gibt keine feste Regel, nur Faustregeln aus der Praxis: Reels und TikToks funktionieren meist zwischen 15 und 30 Sekunden, Stories deutlich kürzer, ein LinkedIn-Video darf 30 bis 90 Sekunden tragen, wenn der Inhalt es hergibt. Wichtiger als die Sekundenzahl ist, ob die ersten drei Sekunden einen Grund liefern, weiterzuschauen. Kurz genug für die Plattform, lang genug für den Inhalt, das ist die eigentliche Regel.

Warum es nicht die eine richtige Länge gibt

Wenn Kund:innen uns fragen, wie lang ihr Reel sein soll, ist die ehrliche Antwort: kommt drauf an, was ihr zeigt. Ein Handwerksbetrieb, der in fünf Sekunden zeigt, wie eine Fliese exakt sitzt, braucht keine 30 Sekunden. Ein Interview, in dem jemand eine Entscheidung erklärt, braucht länger als eine Minute, sonst fehlt der Kern. Die Länge folgt dem Inhalt, nicht umgekehrt. Trotzdem stellen fast alle Kund:innen dieselbe Frage zuerst, meistens bevor überhaupt gedreht wurde, weil die Länge die Planung des Drehtags mitbestimmt: Wer weiß, ob ein Reel oder ein LinkedIn-Video entstehen soll, kann Einstellungen gezielter setzen als jemand, der erst im Schnitt entscheidet, wofür das Material reicht. Was sich trotzdem sagen lässt, sind Faustregeln je Plattform und Platzierung, die wir im Schnitt seit Jahren anwenden. Eine Einordnung, wo Video insgesamt in eurer Strategie steht, gibt der Cluster Social-Media-Strategie.

Faustregeln je Plattform und Platzierung

Die folgende Tabelle ist Öyküs Faustregel aus der Schnittpraxis, keine Studie und keine Plattform-Statistik. Sie zeigt eine sinnvolle Größenordnung je Platzierung, keine harte Grenze. Wo eure Zielgruppe anders tickt, gilt eure Erfahrung mehr als jede Tabelle.

PlattformPlatzierungEmpfohlene LängeFormatErste 3 Sekunden
InstagramReel15–30 Sekunden9:16Direkt das Ergebnis oder die stärkste Einstellung zeigen, kein Intro davor
InstagramStory5–15 Sekunden je Clip9:16Ein Gedanke pro Clip, sofort einsteigen statt anmoderieren
InstagramFeed (Video-Post)30–60 Sekunden4:5 oder 1:1Bild und erster Satz müssen auch ohne Ton funktionieren
Meta AdsAd im Feed oder in Stories6–15 Sekunden9:16 oder 1:1Nutzen oder Produkt in der ersten Einstellung, kein Logo-Intro
LinkedInFeed30–90 Sekunden1:1 oder 16:9Fachliche Aussage statt Stimmung, Text im Bild für Ton-aus-Nutzer:innen
TikTokVideo15–34 Sekunden9:16Hook als Frage oder Widerspruch, Branding erst am Ende
Empfohlene Videolänge je Plattform und Platzierung (Faustregel aus der Praxis, keine Studienwerte)

Was das für Instagram, TikTok und LinkedIn im Alltag bedeutet

Instagram

Auf Instagram lohnt sich, Reel und Story bewusst unterschiedlich zu nutzen, statt denselben Clip zweimal hochzuladen. Das Reel trägt die Reichweite, kurz und mit starkem ersten Bild: Bei einem Fensterbauer-Betrieb in Neukölln wirkt das fertige Ergebnis einer neu eingebauten Fensterfront in Sekunde eins stärker als ein langsamer Zeitraffer vom Aufbau. Die Story trägt die Bindung: mehrere kurze Clips zeigen den Weg dorthin, den Zuschnitt, die Montage, das fertige Ergebnis, jeder für sich nur wenige Sekunden lang. Ein einzelner langer Story-Clip wird dagegen selten zu Ende gesehen, weil die Wischbewegung schneller ist als das Zusehen.

TikTok

Bei TikTok zählt vor allem das Tempo im Schnitt, mehr als die reine Länge. Ein 20-Sekunden-Video mit fünf schnellen Schnitten wirkt oft kürzer als ein 15-Sekunden-Clip mit nur einer Einstellung. Wer auf TikTok postet, sollte den Hook bewusst als Frage oder als kleine Überraschung anlegen und Branding, Logo oder Firmenname erst in der letzten Sekunde zeigen. Sonst wird weitergescrollt, bevor der eigentliche Inhalt überhaupt beginnt.

LinkedIn

Auf LinkedIn scrollen viele zwischen zwei Meetings, oft ohne Ton. Ein Video trägt dort länger als auf Instagram, wenn es fachlich etwas zeigt: eine Zahl, eine Entscheidung, eine kurze Erklärung. Wichtig ist eingeblendeter Text für die ersten Sätze, weil die meisten das Video zunächst stumm anschauen. Ein 60-Sekunden-Video, in dem eine Werkstattleiterin aus der Torstraße eine Entscheidung nachvollziehbar erklärt, wirkt dort überzeugender als drei separate 15-Sekunden-Clips zum selben Thema, weil das Publikum dort eher Substanz erwartet als eine schnelle Abfolge von Eindrücken.

Warum die ersten drei Sekunden zählen

Am Schnittplatz sehen wir es in jedem Rohmaterial: Die ersten Bilder entscheiden, ob jemand weiterschaut oder weiterwischt. Nicht, weil Menschen ungeduldig geworden sind, sondern weil ein Feed ununterbrochen Alternativen anbietet. Ein Intro mit Logo, ein langsamer Establishing Shot, eine Anmoderation, all das kostet Sekunden, die ihr nicht habt. Was funktioniert, ist ein Einstieg, der sofort zeigt, worum es geht: das fertige Ergebnis, eine ungewöhnliche Bewegung, ein Satz, der eine Frage aufwirft. Der Rest des Videos darf dann ruhiger erzählen, wenn der Einstieg gesessen hat.

Dass sich der Aufwand lohnt, zeigt auch unsere eigene Auswertung: In unserer Stichprobe aus 781 Instagram-Posts von 16 Berliner Unternehmen lag die mittlere Engagement-Rate bei Reels bei knapp 2 Prozent, bei Einzelbildern unter 0,4 Prozent, also rund fünfmal niedriger. Das ist keine Studie und keine Hochrechnung auf ganz Deutschland, sondern unsere eigene Beobachtung aus der Arbeit mit Berliner Kund:innen, aber sie deckt sich mit dem, was wir am Schnittplatz sehen: Bewegtes Material hält Aufmerksamkeit länger als ein Standbild.

Aus einem Dreh: 60 Sekunden Imagefilm, 15 Sekunden Reel, 6 Sekunden Ad

Länge ist auch eine Produktionsfrage, und genau da zeigt sich der Unterschied zwischen einem einzelnen Dreh und vielen einzeln eingekauften Häppchen. Ein Drehtag für einen Imagefilm liefert den 60-Sekunden-Film für die Website und aus demselben Material gleich ein 15-Sekunden-Reel für Instagram und einen 6-Sekunden-Cutdown für eine Ad-Kampagne dazu. Dieselben Einstellungen, dieselbe Bildsprache, nur unterschiedlich geschnitten für die jeweilige Länge und Plattform. Das funktioniert, weil bei uns dieselben zwei Leute drehen, schneiden und posten: Öykü und Nils, ohne Übergabe an einen weiteren Dienstleister dazwischen. Das ist eines der vier Argumente, aus denen wir arbeiten.

Viele Social-Media-Pakete rechnen dagegen in Beiträgen pro Monat und legen Video als Zusatzkontingent obendrauf, etwa vier Beiträge im Monat, davon bis zu zwei Reels (Quelle: Preisliste eines Berliner Social-Media-Anbieters, Stand August 2026). In der Praxis heißt das oft: ein bewegtes Feed-Bild statt eines echten Drehs, weil ein zusätzlicher Kameratermin im Paket nicht vorgesehen ist. Für euch als Kund:innen bedeutet das, dass Video eher eine Nebenleistung ist als der Kern der Betreuung. Bei uns ist der Dreh Teil der monatlichen Betreuung, weil wir Bewegtbild nicht zukaufen, sondern selbst produzieren. Wie das im Alltag aussieht, steht auf der Seite zu Social-Media-Content, Beispiele dafür seht ihr bei den Referenzen.

Wie ihr die passende Länge für ein neues Video findet

Bevor der erste Schnitt gesetzt wird, klären wir drei Dinge: Wo läuft das Video, was soll es auslösen, und wie viel Inhalt trägt es wirklich. Diese Reihenfolge verhindert das häufigste Problem am Schnittplatz: eine Länge, die aus dem Bauch heraus feststeht, bevor überhaupt klar ist, wofür das Video gedacht ist. Wer diese Fragen vor dem Dreh statt danach beantwortet, spart am Ende auch Zeit im Schnitt.

  • Plattform und Platzierung zuerst festlegen, nicht zuletzt: Ein Reel plant sich von Anfang an anders als ein LinkedIn-Video.
  • Den einen Satz finden, der ankommen soll: Trägt der Inhalt diesen Satz in 15 Sekunden, in 60 Sekunden oder erst in zwei Minuten?
  • Das Rohmaterial ehrlich einschätzen: Reicht der Dreh für die geplante Länge, oder wird gestreckt, was eigentlich kürzer erzählt werden sollte?

Wann lang besser ist

Nicht jeder Inhalt gehört in 15 Sekunden gepresst. Ein Interview, in dem eine Gründerin erklärt, warum sie ihre Werkstatt in Weißensee eröffnet hat, verliert seinen Kern, wenn er auf einen Schnappschuss zusammengekürzt wird. Auch Erklär-Inhalte, ein Prozess mit mehreren Schritten, eine Frage, die eine echte Antwort verdient, brauchen mehr als eine halbe Minute. Die Faustregel dafür: So lang, wie der Inhalt trägt, nicht so lang, wie die Plattform theoretisch erlaubt. Ein zwei Minuten langes Video, das jemand ganz schaut, ist mehr wert als ein 15-Sekunden-Clip, den niemand zu Ende sieht.

  • Ein How-to oder eine Erklärung: so lang, wie der letzte Schritt braucht, oft 60 bis 90 Sekunden.
  • Ein Interview oder ein Statement: so lang, wie der Gedanke braucht, um zu Ende gedacht zu sein.
  • Ein Produkt- oder Verkaufsmoment: kurz, oft unter 15 Sekunden, weil die Entscheidung schnell fällt.

Typische Fehler bei der Videolänge

Aus dem Feedback, das wir von Kund:innen und aus eigenen Kampagnen sammeln, wiederholen sich dieselben Fehler bei der Länge. Keiner davon ist schwer zu vermeiden, wenn man weiß, worauf man achten muss.

  • Ein Intro mit Logo und Musik vor dem eigentlichen Inhalt kostet genau die drei Sekunden, in denen sich Zuschauer:innen für oder gegen das Video entscheiden.
  • Ein einziges Video für alle Plattformen in derselben Länge: Ein 90-Sekunden-Clip aus dem Longform-Format wirkt in einer TikTok-Story deplatziert und wird selten zu Ende gesehen.
  • Zu viele Botschaften in zu kurzer Zeit gepresst: Ein Reel, das fünf Aussagen in 15 Sekunden unterbringen will, vermittelt am Ende keine einzige klar.
  • Untertitel vergessen: Wer damit rechnet, dass ein Video ohnehin mit Ton geschaut wird, verliert den großen Teil des Publikums, das ohne Ton scrollt.

Wie lang ein Video am Ende werden soll, klären wir im Erstgespräch zusammen mit dem gesamten Umfang, danach steht es schriftlich im Angebot. So gibt es später keine Überraschung, weder bei der Anzahl der Formate noch beim Preis.

Was wir dabei nicht versprechen

Auch die beste Länge und der beste Hook garantieren keine Reichweite, das versprechen wir bewusst nicht. Was wir stattdessen liefern, ist Material, das für die jeweilige Plattform und Platzierung gemacht ist, statt ein einziges Video überall in derselben Länge auszuspielen. Wer prüfen will, was ein solcher Ansatz laufend kostet statt einmalig, findet die Größenordnungen im Artikel Was kostet eine Social-Media-Agentur pro Monat?. Und wer erst noch herausfinden will, wie oft überhaupt gepostet werden sollte, bevor die Länge zur Frage wird, findet die Antwort im Artikel Wie oft sollte man auf Social Media posten?.

Wenn ihr sehen wollt, wie lange Videos für euer eigenes Angebot funktionieren könnten, ist der einfachste Weg ein kurzes Gespräch: 45 Minuten, kostenlos, ohne Buzzword-Folien. Einen Termin dafür findet ihr auf der Kontaktseite, einen Überblick über alle Leistungen auf der Leistungsübersicht.

Häufige Fragen

Häufig gefragt

Wie lang darf ein Reel sein?

Instagram erlaubt deutlich längere Reels, als in der Praxis sinnvoll sind. Als Faustregel funktionieren 15 bis 30 Sekunden am besten, weil der Einstieg dann stark genug bleibt, um bis zum Ende zu tragen. Wie ihr daraus einen Rhythmus baut, steht im Artikel Wie oft sollte man auf Social Media posten?.

Wie lang sollte ein LinkedIn-Video sein?

Als Faustregel 30 bis 90 Sekunden, weil LinkedIn eine fachliche Aussage erwartet statt einer kurzen Stimmung. Kürzer wirkt oft oberflächlich, deutlich länger verliert die Zielgruppe, die zwischen Meetings scrollt.

Hochformat oder Querformat für Social Media?

Für Reels, Stories und TikTok ist 9:16 Standard, weil es den ganzen Bildschirm füllt. Im LinkedIn-Feed funktioniert auch 1:1 oder 16:9 gut, weil dort mehr am Desktop gescrollt wird. Die Tabelle oben zeigt das Format je Platzierung im Überblick.

Wie lang sollte eine Instagram-Story sein?

Ein einzelner Story-Clip funktioniert am besten mit 5 bis 15 Sekunden und genau einem Gedanken. Mehrere kurze Clips hintereinander tragen eine Geschichte besser als ein einzelner langer Clip, weil jede Wischbewegung eine neue Chance auf Aufmerksamkeit ist.

Wie viele Sekunden hat man, bis Leute wegwischen?

In der Praxis entscheiden die ersten drei Sekunden, ob jemand bleibt. Ein starkes erstes Bild oder ein Satz, der eine Frage aufwirft, schlägt jedes Logo-Intro. Warum das so ist, erklärt der Abschnitt zu den ersten drei Sekunden weiter oben im Artikel.

Kann man ein langes Video einfach kürzen?

Technisch ja, inhaltlich selten gut. Ein Video, das für 60 Sekunden gedacht war, verliert beim Kürzen oft genau die Einstellungen, die den Punkt gemacht haben. Besser ist, verschiedene Längen von Anfang an mitzudenken, so wie bei einem Imagefilm, aus dessen Material sich passgenaue kurze Fassungen schneiden lassen, statt eine bestehende Fassung nachträglich zu stutzen.

Wie lang sollte ein Video für eine Werbeanzeige sein?

Kürzer als organischer Content, als Faustregel 6 bis 15 Sekunden, weil eine Anzeige nur wenige Sekunden Aufmerksamkeit bekommt, bevor entschieden wird, ob sie relevant ist. Mehr dazu, wie wir Kampagnen aufsetzen, steht bei Werbeanzeigen.

Passende Leistung

Video, das für die richtige Länge gemacht ist

Wir drehen und schneiden für die jeweilige Plattform, statt ein Video überall in derselben Länge auszuspielen, als Teil einer laufenden monatlichen Betreuung. So funktioniert Social Media bei uns.

Nils Grinbergs, Mitgründer & Geschäftsführer

Autor:in

Von Nils Grinbergs

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Aktualisiert am 26. August 2026