Ratgeber · Strategie
Redaktionsplan für Social Media: einen Monat in einer Stunde planen
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Die kurze Antwort
Ein Monat lässt sich in einer Stunde planen, wenn ihr die Reihenfolge einhaltet: erst die Anlässe der nächsten vier Wochen sammeln, dann jedem Anlass ein Format zuordnen, zuletzt die Lücken mit Themen aus dem Alltag füllen. Unsere Redaktionsplan-Vorlage mit allen zehn Spalten und einem Beispielmonat gibt es weiter unten kostenlos zum Download.
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Kostenlose Excel-Vorlage mit einem Beispielmonat, Anleitung und Ideenspeicher, ohne E-Mail-Adresse, funktioniert auch in Google Sheets.
Warum die meisten Redaktionspläne nach zwei Wochen sterben
In den ersten zwei Wochen sieht fast jeder Redaktionsplan gut aus. Danach bricht er meistens aus denselben drei Gründen weg: zu viele Kanäle auf einmal, kein Material für die geplanten Themen, und niemand, der wirklich zuständig ist. In unserer Stichprobe aus 55 Berliner Unternehmensprofilen auf Instagram lag der Median bei 0,66 Posts pro Woche, also etwa einem Post alle zehn Tage, und neun der 55 Profile hatten seit über 30 Tagen gar nichts mehr veröffentlicht. Das ist kein Ausreißer, das ist der Alltag, wenn der Plan nur im Kopf existiert statt auf einem Blatt. Wie ihr aus diesem Rhythmus eine Frequenz macht, die sich halten lässt, steht im Artikel Wie oft sollte man auf Social Media posten?, eine Einordnung der gesamten Herangehensweise liefert der Cluster Social-Media-Strategie.
Woran das konkret scheitert, sehen wir immer wieder in denselben Gesprächen. Ein Blumenladen in der Bergmannstraße legt im Januar einen Plan für das ganze Quartal an, mit Themen für Ostern, für den Muttertag, für die Frühjahrssaison. Nach drei Wochen fehlt das erste Foto, weil niemand vor Ort daran gedacht hat, während der Lieferung kurz das Handy zu zücken. Aus einer fehlenden Aufnahme wird eine übersprungene Woche, aus einer übersprungenen Woche wird ein Plan, der irgendwann niemand mehr öffnet. Das Problem liegt selten an der Idee, sondern an der Lücke zwischen Planung und Umsetzung: Ein Plan, der Material voraussetzt, das noch gar nicht existiert, bricht an genau der Stelle weg, an der er am meisten gebraucht würde.
Die Stunde in fünf Schritten
Eine Stunde reicht für einen ganzen Monat, wenn ihr sie in fünf Schritten durchgeht, statt frei zu improvisieren. Die Reihenfolge ist wichtiger als jeder einzelne Schritt, weil jeder Schritt auf dem vorherigen aufbaut.
- Anlässe sammeln: Feiertage, Liefertermine, Aktionen, Messen, alles, was in den nächsten vier Wochen ohnehin passiert.
- Themen aus dem Alltag: ein Werkstück, ein Handgriff, eine Frage, die Kund:innen euch wirklich stellen, kein erfundenes Thema am Schreibtisch.
- Formate zuordnen: Reel für Bewegung, Story für Nähe, Karussell für Schritt-für-Schritt, Text für eine fachliche Aussage.
- Material prüfen: Ist das Foto oder Video schon vorhanden, oder braucht es noch einen Dreh, bevor der Post live gehen kann?
- Zuständigkeit festlegen: Wer schreibt, wer dreht, wer postet, im Plan eingetragen, nicht bloß mündlich besprochen.
In der Praxis dauert keiner dieser fünf Schritte länger als zehn bis fünfzehn Minuten, wenn ihr sie hintereinander durchgeht statt zwischendurch andere Aufgaben einzuschieben. Am längsten dauert meistens der erste Schritt, das Sammeln der Anlässe, weil er den größten Blick auf den Betrieb braucht. Die folgenden Schritte gehen schneller, weil sie auf dem aufbauen, was schon feststeht. Wer die Stunde in einem Rutsch macht, statt sie über mehrere Tage zu verteilen, kommt am Ende meist mit einem stimmigeren Plan heraus, weil die Themen sich untereinander besser abstimmen lassen, wenn der ganze Monat gleichzeitig vor einem liegt.
Was jede Spalte der Vorlage bedeutet
Die Vorlage hat zehn Spalten im Blatt „Redaktionsplan“, dazu ein Blatt „Anleitung“ mit den fünf Schritten von oben und ein Blatt „Ideenspeicher“ für alles, was euch spontan einfällt und noch keinen Platz im Monat hat. Die folgende Übersicht zeigt, wofür jede Spalte da ist, mit einem Beispiel aus einer Tischlerei in Weißensee, wie es auch so in der Vorlage steht.
| Spalte(n) | Wozu sie da ist | Beispiel aus der Vorlage |
|---|---|---|
| KW & Datum | Ordnet den Post in die Woche ein, damit ihr auf einen Blick seht, wie voll die Wochen sind | KW38 · 22.09.2026 |
| Kanal | Legt fest, wo der Post erscheint, weil Instagram, LinkedIn und Facebook unterschiedlich getaktet sind | |
| Format | Bestimmt, wie gedreht oder geschrieben wird, bevor der Dreh oder die Aufnahme überhaupt beginnt | Reel |
| Thema/Hook | Der eigentliche Inhalt und der erste Satz, der zum Weiterschauen bringt | Wie ein Tisch vom Baumstamm bis zur Lieferung entsteht |
| Ziel | Sagt, wofür der Post arbeitet, Reichweite, Vertrauen oder Anfragen, nicht jeder Post kann alles auf einmal | Vertrauen |
| Material | Zeigt, ob das Material vorhanden ist oder ein Dreh nötig ist, bevor der Termin näher rückt | Dreh nötig |
| Status & Verantwortlich | Hält fest, wo der Post gerade steht und wer ihn verantwortet, von der Idee bis zur Veröffentlichung | Idee · Team |
| Notiz | Platz für alles, was sonst verloren geht, ein Drehort, eine offene Frage, eine Deadline | Braucht einen halben Drehtag |
Das Blatt „Ideenspeicher“ arbeitet als Auffangbecken: Fällt euch zwischen zwei Terminen eine Idee ein, die noch keinen festen Platz im Monat hat, kommt sie dort hinein statt verloren zu gehen. Wie Material für solche Ideen überhaupt entsteht, zeigen die Referenzen auf der Seite zu unserer Social-Media-Betreuung.
Das Ideenspeicher-Blatt hat eigene Spalten: Idee, Format, Kanal, Material und Priorität. So lässt sich beim wöchentlichen Nachziehen schnell entscheiden, welche der gesammelten Ideen als Nächstes in den Plan wandert, ohne die ganze Liste neu zu sortieren. Eine Idee mit hoher Priorität und vorhandenem Material rutscht zuerst nach oben, eine Idee ohne Material bleibt liegen, bis der nächste Dreh ansteht.
Ein Dreh, vier Wochen Material
Die Spalte „Material“ ist meistens der Punkt, an dem ein Plan kippt, weil zwischen Idee und fertigem Post ein Dreh liegt, den niemand eingeplant hat. Ein einzelner Imagefilm-Dreh liefert dagegen mehr als einen Film: Aus demselben Drehtag entstehen Reels, Storys und Bildmaterial, die über mehrere Wochen reichen, statt für jeden einzelnen Post neu zum Handy zu greifen. Das funktioniert, weil bei uns Öykü und Nils selbst am Set stehen und selbst schneiden, ohne Übergabe an eine weitere Agentur dazwischen. Ein Team für Film und Feed, keine getrennten Dienstleister für Dreh und Betreuung.
Viele Social-Media-Pakete rechnen dagegen in Beiträgen pro Monat und legen Video als Zusatzkontingent obendrauf, etwa vier Beiträge im Monat mit bis zu zwei Reels (Quelle: Preisliste eines Berliner Social-Media-Anbieters, Stand August 2026). In der Praxis heißt das oft ein bewegtes Feed-Bild statt eines echten Drehs, weil ein zusätzlicher Kameratermin im Paket schlicht nicht vorgesehen ist. Für euren Plan bedeutet das: Die Spalte „Material“ bleibt bei solchen Paketen häufiger auf „Dreh nötig“ stehen, weil der Dreh separat gebucht werden muss. Bei uns ist der Dreh Teil der monatlichen Betreuung. Wie lang die einzelnen Clips daraus dann werden sollten, steht im Artikel Wie lang sollte ein Video auf Instagram, TikTok und LinkedIn sein?.
Konkret sieht das dann so aus wie in der Beispielzeile der Tischlerei oben: Ein halber Drehtag für ein Zeitraffer-Reel liefert mehr als das eine Video. In der Woche danach trägt eine Story die einzelnen Arbeitsschritte in kurzen Clips, in der übernächsten Woche wird ein Karussell aus den besten Standbildern geschnitten, und was übrig bleibt, landet im Ideenspeicher für den Monat danach. Ein Drehtag, vier Wochen mit unterschiedlichem Material, statt vier einzelner Termine mit dem Handy, die im Alltag ohnehin selten alle stattfinden.
Der Plan lebt vom wöchentlichen Nachziehen
Eine Vorlage allein hält keinen Monat am Laufen, das übernimmt die Gewohnheit dahinter. In der Anleitung zu unserer Vorlage steht deshalb ein einfacher Rat: nehmt euch jede Woche 15 Minuten Zeit, um den Plan nachzuziehen und die nächste Woche vorzubereiten. In diesen 15 Minuten passiert wenig Spektakuläres, aber genau das macht den Unterschied: Die Spalte „Status“ wird aktualisiert, von „Idee“ über „geplant“ und „produziert“ bis „veröffentlicht“, offene Punkte aus der Spalte „Notiz“ werden abgehakt oder nachgetragen, und neue Ideen aus dem Ideenspeicher wandern in den Plan, sobald für sie Material vorhanden ist. Wer diese 15 Minuten regelmäßig einhält, merkt Lücken, bevor sie zu einer Pause von 30 Tagen werden, genau der Wert, den wir in unserer Stichprobe bei neun von 55 Profilen vermisst haben.
Wann ihr den Plan abgeben solltet
Ein Redaktionsplan ist Arbeit, egal wie gut die Vorlage ist, jede Woche Themen, jeden Monat neue Anlässe. Wenn diese Stunde regelmäßig fehlt oder die Spalte „Material“ immer wieder leer bleibt, ist das der Moment, den Plan abzugeben statt ihn zu retten. Unsere Social-Media-Betreuung übernimmt Planung, Dreh und Veröffentlichung im festen Monatspreis, dazu gehört bei Bedarf auch die Kampagnensteuerung für Werbeanzeigen. Was eine solche Betreuung an Größenordnung kostet, steht im Artikel Was kostet eine Social-Media-Agentur pro Monat?.
Für Anzeigen gilt dieselbe Logik wie für den organischen Plan: Ein gutes Reel aus dem regulären Dreh eignet sich oft auch als Anzeige, nur mit einem strafferen Schnitt für die ersten Sekunden. Wer plant, wann eine Aktion oder eine neue Saison beginnt, kann dieselbe Zeile im Redaktionsplan direkt mit einer Kampagne verknüpfen, statt Anzeigen getrennt vom restlichen Content zu denken. Das Mediabudget läuft dabei immer 1:1 über euer eigenes Werbekonto, ohne Aufschlag.
Der Einstieg läuft über ein Initialprojekt, den ersten Content-Batch und die erste gemeinsame Filmvision, bevor die laufende Betreuung startet. Danach gilt eine Mindestlaufzeit von einem Monat, anschließend ist die Betreuung monatlich kündbar, ohne Setup-Gebühr. Besprochen wird das im Erstgespräch, 45 Minuten, kostenlos, Umfang und Preis stehen danach schriftlich im Angebot, nicht nachgereicht. Und ihr sprecht dabei immer mit Öykü und Nils, nicht mit einer wechselnden Account-Ebene. Eine Übersicht über alle Leistungen gibt es auf der Seite Leistungen, einen Termin für das Erstgespräch auf der Kontaktseite.
Was im Preis enthalten ist, steht ebenfalls im Angebot: Team, Equipment, Musik aus lizenzierten Bibliotheken, Farbkorrektur, Tonmischung und die vereinbarten Formate, dazu zwei Korrekturschleifen für den ersten Content-Batch. Die fertigen Exporte gehören danach euch, ohne Einschränkung: Nutzungsrechte ohne zeitliche Begrenzung, für Website, Social Media, Ads und Präsentationen, ihr bekommt alle Exporte. Das Rohmaterial selbst bleibt bei uns, auf Wunsch gegen ein gesondertes Angebot, so wie in der Vorlage die Spalte „Material“ am Ende jeder Woche zeigt, was fertig geliefert und was noch offen ist.
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Die Vorlage aus diesem Artikel, mit Redaktionsplan, Anleitung und Ideenspeicher, kostenlos und ohne E-Mail-Adresse.
Häufige Fragen
Häufig gefragt
Wie weit im Voraus sollte man den Redaktionsplan planen?
Vier Wochen sind ein guter Rahmen, lang genug, um Drehtermine einzuplanen, kurz genug, um auf aktuelle Anlässe zu reagieren. Der Ideenspeicher in der Vorlage fängt alles auf, was über diesen Zeitraum hinausgeht.
Welche Tools braucht man für einen Redaktionsplan?
Für den Anfang reicht eine Tabelle, unsere Vorlage funktioniert in Excel und in Google Sheets. Eine eigene Planungssoftware lohnt sich erst, wenn mehrere Personen gleichzeitig am selben Plan arbeiten.
Wie viele Posts pro Woche sollte man planen?
Das hängt vom Kanal ab und lässt sich nicht pauschal beantworten, in unserer Stichprobe lag der Median auf Instagram bei 0,66 Posts pro Woche. Eine ausführliche Einordnung, was ein sinnvoller Rhythmus für euren Kanal ist, steht im Artikel Wie oft sollte man auf Social Media posten?.
Was, wenn wir gerade keine Ideen für den Monat haben?
Dann beginnt der Plan nicht bei den Themen, sondern bei den Anlässen: Was passiert in den nächsten vier Wochen ohnehin im Betrieb? Ein Liefertermin, eine neue Kollegin, ein Werkstück, das gerade fertig wird, daraus entstehen die meisten Themen von selbst.
Muss wirklich jeder Post im Redaktionsplan stehen?
Nein, spontane Posts bleiben erlaubt und sinnvoll, der Plan ist ein Gerüst, kein starres Korsett. Was er verhindert, ist die Lücke von mehreren Wochen ohne einen einzigen Post, die in unserer Stichprobe neun von 55 Profilen betraf.
Kann die Agentur unseren Redaktionsplan übernehmen?
Ja, das ist genau das, was unsere Social-Media-Betreuung macht: planen, drehen und veröffentlichen im festen Monatspreis. Den Einstieg dafür bespricht ihr im Erstgespräch.
Passende Leistung
Der Plan ist gemacht, wer setzt ihn um?
Wir übernehmen Planung, Dreh und Veröffentlichung im festen Monatspreis, als laufende Betreuung mit einem Monat Mindestlaufzeit. So funktioniert Social Media bei uns.
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Autor:in
Von Nils Grinbergs
Mitgründer & Geschäftsführer
Aktualisiert am 27. August 2026
